Deutsche OCR-Meisterschaften am 11. Juli in Schwabmünchen

Wie in den beiden Vorjahren findet die Deutsche OCR-Meisterschaft in Schwabmünchen statt. Zentraler Punkt mit Start, Ziel und einigen Hindernissen ist der Luitpoldpark. Die Meisterschaft ist eingebettet in den WertachXRun. Die Streckenführung verläuft dann westlich (bzw. nach links) bis zum Wasserspeicher der Wertach. Die Runde der Junioren (rote Markierung), wo Franky jr. gemeldet ist, biegt vor dem Wasserspeicher ab, Streckenläge 6,7 Kilometer. Die Erwachsenen haben 10 Kilometer zu absolvieren, müssen zunächst das gestaute Wasser umrunden, um auf dem Rückweg auch eine Passage zu Schwimmen. Gerade bei den heißen Temperaturen von über 30 Grad ist das dann sogar eine willkommene Abkühlung. Es ist auch das übliche Wettkampfformat mit 3 Bändchen am Arm. Für einen Fehler, beispielsweise Bodenberührung, geht ein Bändchen verloren. Mindestens eins muss man nach dem letzten Hindernis noch am Arm tragen und dann mit Strafarbeit, hier zwei Wasserkanister eine 150m Schleife tragen, wieder „zurückholen“. Das ist dann die Strafzeit, aber man kommt dafür voll in die Wertung.

Um 9:30 Uhr beginnt das Spektakel mit den Männern. Gestartet wird in Wellen a 8 Personen in jeweils 2 Minuten Abstand. Frank will nicht ganz vorn starten, wartet 3 Wellen ab und steht dann an der Startlinie (mit Nebelmaschine). Und ab geht die Post. Scholli fährt auf dem Rad mit bis zum Wertachspeicher und liefert Fotos von unterwegs.

Schon wieder zurück im Luitpoldpark ist ein kleiner Hügel zu erklimmen, von dort ist eine Rutschbahn wieder willkommene Abkühlung, solange man nicht auf das trockene Schwarz kommt, was dann richtig heiß wird. Hier sind ganz verschiedene Techniken zu betrachten, manche enden auch in der grünen Wiese. Frank sieht man die Anstrengung ins Gesicht geschrieben, er geht es auf der Rutschbahn eher bedächtig an und kommt anschließend konzentriert durch das nächste Hangelhindernis.

Frank hat an einem Hindernis ein Bändchen verloren, weil es vor ihm einen Stau gab. So muss er einmal in die Strafrunde und bleibt im Ziel mit 59:19 min unter einer Stunde. Das ist in der Gesamtwertung Rang 17, in der Altersklasse M45 bedeutet es den 3. Platz. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt ihm nicht, weil er gleich Franky jr. auf der Strecke anfeuern will.

Zweiter an der Startlinie ist Anton. Schön, dass er nach einer längeren Pause wieder zurück ist und sich dem Wettkampf trotz Konditionsrückstand stellt.

Er schafft es tatsächlich ohne Verlust eines Bändchens alle Hindernisse zu bewältigen. Sehr stark, wie er geschmeidig Kraft und Technik einsetzt. Er überquert nach 1:08:58h die Ziellinie, 38. Platz gesamt und wird in der U23 Altersklasse zweiter. Sein Ziel ist klar: jetzt wieder die läuferische Komponente entwickeln.

10 Uhr ist die Startzeit für die Frauen. Svenja ist zum ersten Mal in einem solchen Wettkampf mit dem Bändchen-Modus am Start. Auch wenn sie aufgeregt ist, zeigt sie definitiv das schönste Lächeln am Start und auch bei den Fotos unterwegs fängt man immer ein Grinsen von ihr ein, trotz der hammerharten Hindernisse.

Besonders herausragend ist ihre intuitive „Verknot-Technik“ beim letzten Hangelhindernis. Wo andere vielleicht mit viel Kraft den Abstand zum Griff zwischen Rundbalken und Netz überwinden, hängt sie sich mit ihrer Beweglichkeit ein. Und auch beim Schießen mit der Laserpistole, ein Element aus dem Modernen Fünfkampf, beweist sie eine ruhige Hand.

Zu diesem Zeitpunkt hat sie noch zwei Bändchen am Arm und kann es sich leisten, am letzten Hangelhindernis noch eines abgeben zu müssen. Ja, dafür leidet sie noch zwei Strafrunden, läuft aber überglücklich in einer Zeit von 1:25:50h auf Platz 15 in die Wertung, was fast 50% in diesem Rennen nicht schaffen. Chapeau Svenja.

Dem Zeitplan folgend kommen wir zur den Junioren und unserem Franky. Er ist bekanntlich nicht nur ein starker Läufer, sondern bringt auch Talent und Technik bei allen Hindernissen mit, die ihm im Weg stehen. Die Runde ist ein Drittel kürzer, bei den Hindernissen auf dieser Strecke gibt es aber keinerlei Abstriche zu den Erwachsenen. Beherzt geht er das Rennen an und überwindet Hindernis für Hindernis. Er geht hochkonzentriert zu Werke, gönnt sich auch ein paar Sekunden Pause im Hindernis, um auch ja durchzukommen.

Erst ganz am Ende kommt ihm ein einziges Bändchen abhanden, eine Strafrunde und schon ist er im Ziel. Er benötigt 43:05min und wird insgesamt herausragender Siebter in der Wertung (alle vor ihm sind 2-3 Jahre älter). Die männliche Jugend U14 dominiert er mit über 10 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Franky, wir sind sehr stolz auf dich.

Damit sind die OCR Championship Läufe aus unserer Sicht erzählt. Yves hat am Vormittag als Marschall ein Hindernis betreut und damit unseren Verein als Kampfrichter repräsentiert. Dafür auch an dieser Stelle ein Dankeschön. Damit sich die Anreise lohnt, läuft er am Nachmittag den WertachXRun Ultra mit. Die Streckenführung ist identisch zur 10 Kilometerrunde. Einzig das Schießen mit der Laserpistole entfällt und man trägt keine Bändchen. Die Teilnehmer dürfen sich an den Hindernissen auch unterstützen. Yves setzt sich von Anfang an in einer Spitzengruppe fest und von dieser auch relativ schnell ab. Er zieht dann allein seine Kreise. Auf dem Fahrrad begleiten Scholli, Franky und Viktoria und feuern ihn an.

Yves lässt bis zum Schluss nichts anbrennen. Er hat zwar kein Bändchen am Arm, hätte aber auch keins verloren. Er ist nicht nur sicher, sondern auch sehr schnell in den Hindernissen. Sein Finish erfolgt nach 51:58 min mit fast 3 Minuten Vorsprung. Das wäre auch in der Deutschen Meisterschaft ein Platz unter den ersten sechs geworden, Glückwunsch.

Fazit: es war ein tolles Event und Team-Erlebnis. Die X-Runners sind eine feste Größe in der deutschen OCR Szene. Das merkt man auch in den Gesprächen mit anderen Sportlern. Für Frank und Franky geht es in vier Wochen zur Weltmeisterschaft nach Irland. Wir drücken schon jetzt die Daumen.