Es ist der 20. Juni, es ist Sommersonnenwende, es ist der Rennsteigstaffellauf. Für uns X-Runners Ladies war klar, wir wollen nach erfolgreicher Premiere vom letzten Jahr wieder auf das Podest laufen.
Die Streckenführung bei der nun schon 26. Auflage war zum ersten Mal anders. Anstatt den gesamten Rennsteig abzulaufen wurden die Etappen wie eine querliegende 8 mit Start und Ziel in Schmiedefeld gelegt. Wir waren skeptisch über das neue Streckenkonzept. Wird es noch den besonderen Reiz haben? Offenbar ging es anderen Teams ebenso, waren für die diesjährige Auflage doch nur 8 Frauenstaffeln gemeldet. 2025 waren es noch 12 Frauenteams.
Erst ca. 2 Wochen vor dem Start stand das Team komplett. Wir hatten fleißig trainiert, an der personellen und strategischen Verteilung anhand Länge, Höhemmeter, Uhrzeit der Etappen gefeilt sowie mit dem Wegverlauf eben auch abseits vom bisher gewohnt markierten R vertraut gemacht. Unsere Radbegleiter Adrian und Stephan sind zudem die neue Strecke im Vorfeld abgefahren. Dank Ingolfs erfahrener und akribischer Teamchefplanung stand folgende Lauf- Reihenfolge fest: Manuela Körner, Stephanie Weber, Sarah Lindig, Nadja Beck, Anke Förste, Ann-Kathrin Deubner, Dorothee Thomas, Karolin Müller, Selina Lindemann und Manuela Hartung. Am Freitag, 24 Stunden vor dem Start musste jedoch unsere Startläuferin Manuela Körner leider krankheitsbedingt absagen. Sofort aktivierten alle ihre Laufkontakte in Nah und Fern und es gelang Luisa Henneberger als Ersatzläuferin zu finden. An dieser Stelle nochmals ein extra großes Dankeschön an Luisa für ihre Spontanität.
Gemeinsam mit den Startläufern der X-Runners 1 und 2 übernachteten Luisa, Stephanie, Nadja und Adrian im Team-Quartier, der Villa-Eckardt in Schmiedefeld.


Da auf den ersten beiden Etappen keine Radbegleitung erlaubt war, wurden nach dem gemeinsamen Pasta-Essen noch einmal die Etappen per GPS durchgesprochen. Luisa, die die letzte Wochen nur auf dem Rad trainiert hatte, traute sich die erste Etappe nicht zu. Kurzerhand wurde getauscht und Stephanie ging nach einer kurzen Nacht um 5:00 Uhr mit den anderen Frauenstaffeln und 45 Mixstaffeln an den Start.


Die 15,7km von Schmiedefeld zum Adler waren für Stephanie zwar unvorbereitet, es machte dennoch viel Spaß, in den Sonnenaufgang zu laufen. Nach 1:41h und auf Position 5 übergab sie auf Luisa. Die 2. Etappe zum Grenzadler war 13,2km lang und führte über die Treppen der Skisprungschanze. Luisa übergab nach 1:21h in Position 7 liegend auf Sarah.


Ab hier stieg Adrian mit dem Rad als Begleitung mit ein. Angefeuert durch Adrian spulte Sarah die 12,9km in 1:01 h ab und brachte die Ladies auf Position 4 nach vorne.




Hoch motiviert lief Nadja vom Biathlonstadion ihre Etappe an. Die Temperaturen stiegen ab jetzt stetig. Der Regen in der Nacht sorgte für zusätzliche Schwüle. Nadja hielt die Position und legte eine phänomenalen Endspurt zum Wechsel an der Schmücke auf Anke hin. Der Rückstand auf Position 1 der Frauenstaffeln betrug mittlerweile jedoch schon 45 min. Anke und Florian haben vor dem Wechsel Zeit für ein Foto. Die Männerstaffel 1 kommt 2 min vor Nadja an den Wechselpunkt und hat die eine Stunde späteren Start (und 35 Minuten ungeplantes Verlaufen auf Etappe 1) jetzt aufgeholt.


Bei Ankunft des Begleitfahrzeugs Nr. 2 mit Radbegleiter Stephan, Ann-Kathrin und Anke an der Schmücke hatte es noch kurz geregnet, aber der Wetterbericht versprach im weiteren Tagesverlauf dann doch wieder hochsommerliche Temperaturen wie in den vergangenen Jahren auch. Im Verlauf der 11,6 km langen 5. Etappe nach Frauenwald kämpfte Anke nicht nur mit dem Schwung von Nadja mitzunehmen, sondern auch mit der zunehmenden schwülfeuchten Wärme. Galt es mehrheitlich auf dem altbekannten Rennsteig zu laufen, wurde vom Veranstalter aber ein extra Schmankerl über den Gipfel des Finsterbergs eingebaut. Hierfür musste ein steiler 1 km langer Anstiegsweg absolviert werden, welcher anschließend in einen ca. 150 m kletterwandartigen Trampelpfad auf den Gipfel mündete. Zu steil für den nun eingewechselten Radbegleiter Staphan, so dass er nach Ankes Gipfelsturm im abwärtslaufen zurück zum Rennsteig an der Strecke wartete. Auf den anschließenden Laufkilometern konnte Anke Dank hervorragender Unterstützung von Stephans Rundumservice mit Motivationssprüchen, Paparazziphotos und Getränkeversorgung die vorgegebene Pace einhalten, einige Mixed-Staffeln und sogar ein weiteres Frauenteam überholen. So übergab sie am Wechselpunkt auf Platz 3 liegend bei nun strahlendem Sonnenschein auf Ann-Kathrin.
Die 6. Etappe hatte es wirklich in sich – 22,1 km und 476 HM von Frauenwald nach Masserberg. Es war schon sehr heiß und mit nur einer Getränkestelle war die Etappe deutlich zu wenig ausgestattet worden vom Veranstalter. Ann-Kathrin war aber mit eigener Trinkblase wie gewohnt vorbereitet, auch die Radbegleiter hatten genügend Wasser dabei. Adrian übernahm zunächst wieder die Radbegleitung. Geplant war, dass Stephan in Altenfried auf der Höhe wartet, da die Anstiege doch zu steil waren, um als Radfahrer mit Ann mithalten zu können. Stephan war noch nicht richtig am „Übergabepunkt“ angekommen, als Ann sich mit einem männlichen Läufer eines anderen Teams battelnd an ihm vorbei lief.


Die letzen Kilometer quälte der Veranstalter die Läufer und Läuferinnen in Masserberg recht hässlich und umständlich über Asphaltstraßen mit ordentlich Höhenmetern, sodass sich unsere beiden Radbegleiter ein ausgetüfteltes Betreuungskonzept überlegen hatten, um Ann bestmöglich auf diesem wahrlich laufunfreundlichem Endspurt zu unterstützen. Bei nun ordentlicher Mittagssommerhitze ging es gefühlt im Zick-Zack immer wieder hoch und runter durch den Ort, bis die längste Etappe des Staffellaufs endlich zum 7. Wechselpunkt am Sportplatz endetet, wo Dorothee bereits aufgeregt wartete. In Masserberg trafen wir dann auch auf unsere 1. Männerstaffel, die erst 6:00 Uhr gestartet waren. Die 1. Männermannschaft mussten wir an uns vorbeiziehen lassen. Es gab ja aber noch die 2. Männermannschaft und vor der wollten wir unbedingt im Ziel sein.


Die 7. Etappe führte nach Friedrichshöhe über die Turmbaude zurück zum Sportplatz nach Masserberg. Dorothee spulte ihre Etappe ab, wobei ihr die hohen Temperaturen und der fehlende Wald zu schaffen machten. Adrian gab sein Bestes, um Doro mit Wasser und Zuckerbomben zu unterstützen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an unsere Radbegleiter.


Zurück am Sportplatz musste man aufpassen, in die richtige Wechselzone zu laufen. Die Wechselstellen von Start und Ziel waren nicht identisch, lagen aber dicht nebeneinander. Dorothee übergab auf Karolin und Stephan als Radbegleitung.




Zu diesem Zeitpunkt lagen wir auf Rang 3. Es waren allerdings rd. 32km noch zu laufen, Gelassenheit wollte sich noch nicht einstellen zumal wir deutlich hinter unserer Planzeit lagen. Karolin war neu im Team und sie haute gleich mal die Etappenbestzeit bei den Frauenteams auf ihrem Weg nach Neustadt am Rennsteig raus. Was für ein Einstand! In Neustadt übernahm Selina. Auch Selina war neu im Team. Sie hatte 13,1 km bis zum Frauenwaldmonument vor sich auf einer landschaftlich sehr schönen Strecke abseits des Rennsteigs. Selina zog durch und schickte nach 1:16h Manuela auf die letzte Etappe nach Schmiedefeld.




Jetzt ging es um die Wurst bei unserem vereinsinternen Battle mit der 2.Männermannschaft, deren Läufer Daniel kurz nach Manuela auf die Strecke ging. Manuela gab alles, musste Daniel allerdings vorbei ziehen lassen. Wir gönnen es ihm und seinem Team.


In Schmiedefeld warteten wir alle gespannt auf Manus Eintreffen. Ziel war das Tor zum Rennsteig wie beim Rennsteiglauf. Endlich tauchte Adrian auf, danach sahen wir auch Manuela gefolgt von Stephan. Beide Radbegleiter hatten es sich nicht nehmen lassen, Manuela auf der letzten Etappe zu begleiten. Froh, es geschafft zu haben, aber auch sehr stolz auf unsere Leistung liefen wir alle gemeinsam als 3. Frauenteam über die Ziellinie.

Als Fazit bleibt zu sagen, der Rennsteigstaffellauf ist auch nach dem neuen Konzept eine tolle Teamveranstaltung. Und wir X-Runners Ladies sind ein hervorragendes Team! Das neue Konzept hat seine Vor- und Nachteile, an der einen oder anderen Stelle sollte man über eine Streckenveränderung oder – länge, z.B. den künstlich strecken verlängerten „Irrgarten“ bei mittäglichem Sonnenhöchsstand durch Masserberg nachdenken. Sicher ist, wir werden auch nächstes Jahr wieder mit dabei sein und den Podestplatz verteidigen wollen!

























